Foto der Woche


Stilles Glück

Wer davon träumt, sich wie Henry David Thoreau einmal wirklich in einer Hütte im Wald zurückzuziehen, der findet in dem Forsthäuschen "Stilles Glück" in Helmeroth im Westerwald genau die richtige Unterkunft. Mit Blick auf die Nister und den Westerwald lässt es sich hier hervorragend bleiben.

 

Helmeroth, Deutschland

Australien

Ich mag es, mir Zeit für die schönen Dinge zu nehmen. 

 

Grampians National Park, Australien


Die Fotografie ist auch immer eine Ausrede, um sich Zeit zu nehmen. 

 

Kleine Bleibe in Montabaur-Reckenthal, Deutschland

Zeit

Natur

Warum bin ich nach einem Nachmittag in der Natur glücklicher als nach einem Nachmittag im Shopping-Center?

 

 

Montabaur-Reckenthal, Deutschland

Bergheim

Bei dieser Aussicht braucht es keinen Bildschirm. 

 

Bergheim Tiny Holiday in Schöneck, Deutschland 

Meme

Im Jahr 2022 können wir das Wort "Langeweile" aus unserem Wortschatz streichen. Niemandem muss mehr langweilig sein: "Es gibt immer was zu tun".* Vor allem gibt es immer was zu sehen. Alleine auf YouTube wurden im vergangenen Jahr pro Minute 500 Stunden Videomaterial hochgeladen** – ein Leben reicht nicht aus, würde man sich alle verfügbaren Inhalte (in einfacher Geschwindigkeit) ansehen wollen. Viel wichtiger und auch (vermeintlich) einfacher, als neue Inhalte zu den bestehenden hinzuzufügen ist es heute, Inhalte zu kuratieren. Sie sichtbar zu machen und einzuordnen. Dass dabei Bilder und Video-Snippets dazu genutzt werden, um Meinungen zu prägen und zu beeinflussen zeigen aktuell sehr deutlich die öffentliche Verhandlung des Prozesses "Johnny Depp vs. Amber Heard" und die Berichterstattung aus und über den Krieg in der Ukraine vor allem auf TikTok, 9Gag, Reddit und Instagram. Man könnte auch von einer "Memefizierung" der Gegenwart sprechen. 

 

Gelesen: 

"Humor im Angesicht des Horrors: Die Memefizierung eines Krieges", Samira El Quassil: https://uebermedien.de/69213/humor-im-angesicht-des-horrors-die-memefizierung-eines-krieges/

 

*Quelle: https://www.googlewatchblog.de/2021/12/youtube-nutzer-stunden-videomaterial-2-chip/

* Slogan von Hornbach (Baumarkt)

 

Nadelbaum Plantage in Schöneck, Deutschland  

Blick ins Freie

Was braucht es mehr für einen glücklichen Moment als einen Sessel, ein Fenster und gute Aussicht?

 

 

Unterkunft "Blick ins Freie" in Schöneck, Deutschland  

Sonntag

Wäre da nicht der Montag, dann wäre Sonntag mein Lieblingstag. Ein Tag, an dem ich das Frühstück im Schlafanzug nahtlos in Mittag- und Abendessen übergehen lassen kann. Besonders erfreulich sind die Sonntage aber, wenn ich sie in einer der Unterkünfte für mein aktuelles Projekt "bleiben" verbringen kann. Dafür ziehe ich mich dann auch gerne an einem Sonntag um. 

 

Unterkunft "Zirkuswagen auf der Schafweide" in Dattenfeld, Deutschland  

Weiter

Kann mediale "one to many"-Kommunikation in unserem Wirtschaftssystem jemals ehrlich sein? Im Sinne, dass der Inhalt der Kommunikation mit dem Ziel, das durch die Kommunikation erreicht werden soll, übereinstimmt? Oder anders gesagt: Müssen "soziale Unternehmer" zwangsläufig an der (wirtschaftlichen) Realität scheitern? Wenn das Ziel jedes wirtschaftlichen Handelns die Gewinnmaximierung und Steigerung ist, wo ist dann Platz für Solidarität und soziales Handeln? 

 

Gelesen: 

"Good Economics for Hard Times", Abhijit Banerjee und Esther Duflo 2019

 

Weit

In einem dicht bevölkerten Land wie Deutschland ist es nicht einfach, Orte zu finden, an denen man ein Gefühl von Weite empfindet. Selbst, wenn man auf den höchsten Berg steigt (oder mit der Seilbahn fährt), reicht nur der Blick nach vorn in die Weite. In Australien – einem Land mit durchschnittlich rund 3 Einwohnern pro Quadratkilometer ist das anders. Manchmal vermisse ich die Weite. 

 

12 Apostel Great Ocean Road, Australien 

Eskapismus

Meta oder Mars? Vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Entwicklungen und Herausforderungen scheint es als ob die technischen und vor allem (kapital-)reichen Visionäre der Gegenwart (Marc Zuckerberg und Elon Musk) unsere materielle Welt aufgegeben hätten. Im Angesicht der nahenden Katastrophe(n) investieren sie ihr Kapital in neue Welten. Ich finde unsere Welt verdient es, dass wir sie besser machen und (wieder) lernen, im Einklang mit ihr zu leben. 

 

Gelesen: 

"Im Grunde gut", Rutger Bregman 2019

 

Hunsrück, Deutschland 

24 mm

Zunächst war ich unsicher, ob es eine gute Entscheidung ist nur eine Festbrennweite auf meine Reise nach Portugal mitzunehmen. Spätestens seit meiner mehrtägigen Wanderung entlang der portugiesischen Küste bin ich sicher: Ein weiteres Objektiv wäre definitiv zu schwer gewesen. (Vielleicht sollte ich mich generell mal nach einem leichteren Kamera Set-Up umschauen, aber das ist eine andere Baustelle.) 

 

Porto, Portugal

Fischerweg

Fünf Tage wandern, essen, Zelt aufbauen, essen, wandern, Zelt aufbauen ... Irgendwann fühlt es sich so an, als könnte man für immer weiterlaufen. 

 

Zwischen Odeceixe und Zambujeira do Mar, Portugal

O'Porto

Die erste Auslandsreise seit dem Ausbruch der Corona Pandemie in Europa, die sich anfühlt wie ein erschummeltes Vorwärtsspulen zum Frühlingsanfang. Verboten gut. 

 

Porto, Portugal

Licht

Ist euch schon einmal aufgefallen, dass unterschiedliche Länder, ja sogar unterschiedliche Regionen ihr ganz eigenes Licht haben? In Neuseeland erscheint die Landschaft wie ein Bild, bei dem der Sättigungsregler ein wenig zu weit nach rechts geschoben wurde. In Lissabon liegt in den Morgenstunden ein rosafarbener Schleier über der Stadt und in Brandenburg taucht die Sonne die Wälder im Herbst in dieses warme orangefarbene Licht.

 

Teufelssee, Deutschland

Tagtraum

Wenn man sich der Realität des zweiten Pandemie-Winters gewahr wird, hilft es sich in Tagträume zu flüchten oder spazieren zu gehen und den Gedanken freien Lauf zu lassen. 

 

Harz Nationalpark, Deutschland

Escape

Auf einem grauen Sofa in einem Hostel in Auckland liegt ein Kissen. Diese Tatsache an sich wäre nicht überraschend, stünde auf diesem Kissen nicht in neongelber fetter Schrift: "ESCAPE". Ich frage mich, wer nach Neuseeland reist, um das Land dann so schnell wie möglich wieder zu verlassen? War Eskapismus nicht bereits das Ziel der Reise?

  

Lake Tekapo, Neuseeland

Draußen

Mein Vorsatz für 2022: Mehr Zeit draußen verbringen. 

 

Zermützelsee, Deutschland

Romantik

"...auf der Suche nach dem Wunderbaren."

(Rüdiger Safranski: "Romantik eine deutsche Affäre"). 

  

Lilienstein Sächsische Schweiz, Deutschland

kreativität

"Damit man etwas aus dem Ärmel schütteln kann, muss auch was drin sein."*

Kreativität braucht Pausen. Zeit, um Dinge zu verarbeiten und Neues aufzunehmen. 

 

*Dieses Zitat habe ich mir Anfang letzten Jahres in meinen Kalender notiert. Leider kann ich nicht mehr genau nachvollziehen, von wem und woher die Aussage stammt.  

Albertinenhof Havelland, Deutschland

Nichts

Seit meiner Reise nach Australien triggert mich der Gedanke nach dem Nichts. Oft habe ich auf diesen Steinen gesessen, auf das Meer geschaut. Mit zugekniffenen Augen versucht, den Horizont noch ein Stück weiter nach hinten zu rücken. 

 

Turners Beach, Australien

#5 Hash Brown

Da brauchte es erst eine Netflix-Serie, um mich für Kampfsport zu begeistern. Seitdem ich angefangen habe "Cobra Kai" – man kann es leider nicht anders bezeichnen – zu suchten, habe ich nicht nur meine Begeisterung für Rock aus den 80ern, sondern auch dieses Foto von einem Sonnenaufgang am Tunnel Beach in Neuseeland wiedergefunden.

 

Tunnel Beach, Neuseeland

Freiheit

Sicherheit und Freiheit – ist das wirklich ein Widerspruch?

Ist unser Konzept von Sicherheit möglicherweise überholt? Gibt es das, was wir als Sicherheit bezeichnen überhaupt? Oder ist das, was wir als Sicherheit bezeichnen nicht viel mehr Wiederholung und Routine? Und müssten wir den Begriff "Sicherheit" nicht viel mehr durch Vertrauen ersetzen?

 

Das Bild dieser Woche zeigt einen Moment, in dem ich mich zugleich sicher und frei gefühlt habe. Am Strand in Kaikoura sitzend und den Sonnenaufgang beobachtend, war ich mir zutiefst sicher, dass mich die Freiheit, die ich diesem Moment und in den vergangenen Monaten gespürt habe, für den Rest meines Lebens begleiten wird.

 

Hörtipp: https://open.spotify.com/episode/63gyaI3s7wrAj3UyubzHTX?si=AZdPynS6Q0qW0v6SVMGE7A

 

Kaikoura, Neuseeland


Schnee

Schnee trendet auf Twitter. Winterberg trendet auf Instagram. Alle wollen raus.

Pascal und ich spazieren durch den verschneiten Wald in Birkelbach.

Ein idyllisch gelegenes Dorf zwischen Siegen und Marburg mit (laut Wikipedia) 101 Einwohnern, in dem aber bereits Musiker wie Roger Chapman oder Uriah Heep gespielt haben.

 

Birkelbach, Deutschland

Zeit

Es geht mir nicht darum, mehr zu haben.

Es geht mir um die Möglichkeit, souverän über meine Zeit zu verfügen.

 

Hörtipp: https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/eine-stunde-talk-zeitmillionaerin-greta-taubert

 

Kaikoura, Neuseeland

Ankommen

Vier Wochen dauert meine Reise nun schon und wenn ich eines gelernt habe, dann ist es: Alles braucht seine Zeit. Und meistens braucht es davon mehr als man denkt.

Anfang

"Eine Weile standen sie schweigend da und lauschten dem Zwitschern und Rauschen, dem Brausen und Singen und Plätschern in ihrem Wald.

 

Alle Bäume und alle Wasser und alle grünen Büsche waren voller Leben,

von überall her erschloss das starke, wilde Lied des Frühlings.

'Hier stehe ich und spüre, wie der Winter aus mir herausrinnt', sagte Ronja.

'Bald bin ich so leicht, dass ich fliegen kann.'"

 

(Astrid Lindgren, Ronja Räubertochter)

Lissabon_2

Wenn man eine neue Stadt erkundet, kann man langer To-Do Liste und großen Plänen losziehen.  "Must See"-Spots abklappern und die am besten bewerteten Restaurants der Stadt besuchen. Man kann sich aber auch einfach treiben lassen. Oft findet man so die interessantesten Orte.

Lissabon

Mit jedem neuen Kalenderblatt, das ich abreise rückt die letzte Reise nach Portugal in weitere Ferne.  Obwohl ich an diesem stürmischen Samstagnachmittag warm eingekuschelt auf meinem Sofa sitze, Weihnachtslieder höre und überlege auf den Weihnachtsmarkt zu gehen, ist das Gefühl von warmen Sonnenstrahlen auf der Haut, der Geruch von frischem Orangesaft und der Geschmack der zuckersüßen Pastel de Nata noch präsenter als die Vorfreude auf Glühwein, Lebkuchen und die ersten Schneeflocken.

Künstler in Koblenz: Malte Schreer

Für mein Fotoprojekt "Künstler in Koblenz" habe ich den Surfbrettbauer Malte Schreer in seiner Wekstatt in Koblenz-Lützel fotografiert. 

 

Sonne

Ende September nach Portugal zu fliegen, um den Sommer um zwei Wochen zu verlängern, war eine der besten Entscheidungen, die ich in diesem Jahr getroffen habe.

 

Der Herbst kommt in diesem Jahr schneller als gedacht. Ich freue mich auf den Nebel, die bunten Blätter, ja sogar den Regen, der mich dazu bewegt, wieder öfter ins Kino zu gehen und mehr zu lesen.

 

Künstler in Koblenz: Thilo Distelkamp

Für mein aktuelles Fotoprojekt "Künstler in Koblenz" habe ich den Musiker Thilo Distelkamp mit meiner Kamera begleitet. 

 

Glamping

Das Wort "Glamping" setzt sich zusammen aus den Begriffen "Glamour" und "Camping". Anstatt auf einer dünnen Isomatte in einem (im schlimmsten Fall nicht wasserdichten) Zelt zu schlafen, verbringt man die Nacht beim "Glamping" in komfortableren Behausungen und schläft (in den meisten Fällen) sogar in einem richtigen Bett. Ich habe das Übernachten in diesem Bauwagen in den schottischen Highlands sehr genossen.

 

Old Man of Storr

Die Landschaft rund um die Felsnadel mit dem Namen "Old Man of Storr" auf der Isle of Skye war eines der Highlights meiner Reise durch Schottland. 

 

Nebel

Ich liebe die Stimmung kurz vor Sonnenaufgang, wenn der Nebel über den Feldern liegt und die ersten Strahlen der aufgehenden Sonne den Himmel aufhellen. An diesem Morgen sind meine Freundin und ich extra früh aufgestanden, um die frühen Morgenstunden im Nationalpark Harz zu erleben. Es war magisch.

 

Traumland

Früh am Morgen bevor die Sonne aufgeht und der Nebel über dem Wasser liegt, dann entsteht diese flüchtige magische Stimmung, die irgendwo zwischen Traum und Realität verortet ist.

 

Herbst

Wolkenkuckucksheim

"Here's to the ones who dream Foolish as they may seem"

(LaLa Land Soundtrack – The Fools Who Dream)

Eisblume

Eigentlich könnte die Überschrift für dieses Foto auch "Prokrastination" heißen, denn ich beschäftige mich gerade mit dem Foto der Woche, anstatt einen Text zu schreiben, den ich schon seit einigen Tagen vor mir herschiebe. Meine Ansprüche an diesen Text sind sehr hoch. Er ist der Anfang für ein neues Projekt und eine neue Phase für mich als Fotografin. Vielleicht fällt es mir deshalb so schwer, die ersten Worte zu schreiben. Doch irgendwann muss man die Angst vor dem Anfang ablegen, die perfektionistischen Ansprüche zur Seite schieben und einfach starten. Ich mache mir nur noch schnell einen Tee, räume mein Zimmer auf, beantworte noch eine Nachricht bei WhatsApp und dann fange ich an. Wirklich.

Weltflucht

Die Burg Eltz gehört zu den Orten auf der Welt, an denen man sich in eine andere Zeit versetzt fühlt. Mitten im Wald thront die mittelalterliche Burg auf einem kleinen Hügel. Rundherum weder Häuser noch Souvenirshops, nur Bäume und manchmal etwas Nebel. Ich hatte mir schon lange vorgenommen, die Burg vor Sonnenaufgang zu besuchen und zu fotografieren. Jetzt im Winter muss man dafür zum Glück nicht mehr so früh aufstehen. Vor zwei Wochen habe ich mich also auf den Weg gemacht und konnte mein Glück bei der Ankunft kaum fassen: Die Lichtbedingungen waren perfekt. Außerdem habe ich noch zwei weitere Fotografen kennengelernt, mit denen ich mich über die Burg, die Fotografie und das Reisen unterhalten habe. Schaut mal bei ihnen vorbei: Stefan ist ein Landschaftsfotograf aus Frankfurt und Fedja ist extra aus Dänemark angereist, "weil es in Deutschland so viele schöne Burgen gibt."

NovemberBlues

Abgesehen davon, dass man nicht mehr ganz so früh aufstehen muss, um den Sonnenaufgang zu fotografieren kann, ich den langen dunklen Nächten im November nicht viel abgewinnen. Umso schöner ist es allerdings, dass es jetzt auf den Plätzen und in den Straßen von Koblenz nach gebrannten Mandeln, Crêpes und Glühwein duftet, dass die Weihnachtsbeleuchtung die Dunkelheit vertreibt und ich kein schlechtes Gewissen haben muss, wenn ich den ganzen Tag vor meinem Laptop sitze, um Bilder zu bearbeiten oder an neuen Ideen zu feilen. 

Entscheidungen

Jedes Foto ist eine Entscheidung. Eine Entscheidung dafür einen bestimmten Ausschnitt der Wirklichkeit festzuhalten, der Realität einen Rahmen aufzusetzen. Jedes (veröffentlichte) Foto* sagt somit auch etwas über die Persönlichkeit der Fotografin/des Fotografen aus. Wie sieht sie/er die Welt? Was ist ihm/ihr wichtig? Mit diesem Bewusstsein geht die Entscheidung für oder gegen die Veröffentlichung eines Fotos über den Entstehungsprozess hinaus.

Die Entscheidung für oder gegen ein Motiv, für oder gegen einen bestimmten Rahmen fällen wir oft nicht beim, sondern erst nach dem eigentlichen Fotografieren. In der Nachbearbeitung werden die besten Bilder ausgewählt, Belichtung, Weißabgleich, Bildausschnitt etc. werden den eigenen Vorstellungen angepasst, sodass die Entstehung des eigentlichen Fotos losgelöst wird vom eigentlichen Moment des Fotografierens. Interessant ist dabei auch in diesem Prozess die Rolle der Zeit. Anders als beim Fotografieren geht es nicht darum, die Zeit festzuhalten, sondern darum, sie vergehen zu lassen, loszulassen. Denn nur dann entsteht eine notwendige Distanz zu den eigenen Bildern, die es ermöglicht, diese noch einmal völlig neu zu betrachten. 

 

*ich gehe hier in erster Linie von freien Arbeiten aus, mit denen sich die Fotografin / der Fotograf ausdrücken möchte.

Luftschlösser

Wenn meine Wetter-App Nebel mit anschließendem Sonnenschein voraussagt, dann bin ich schon mindestens zwei Tage vorher aufgeregt, weil ich weiß, dass dann optimale Lichtbedingungen für meine Fotos entstehen. Wenn dann noch ein Feiertag genau auf diesen Tag fällt (in diesem Fall war es Allerheiligen), dann kann es eigentlich nicht besser werden. Letzte Woche Dienstag war genau das der Fall. Da ich schon immer mal ein Schloss im Nebel fotografieren wollte, bin ich früh am Morgen nach Cochem gefahren. Auf der Fahrt dorthin hat sich der Nebel in manchen Ortschaften bereits gelichtet, doch Cochem lag nach wie vor in einer dichten Nebelwolke. Also alles super – dachte ich. Das Problem war nämlich, dass der Nebel so dicht war, dass ich das Schloss weder sehen noch fotografieren konnte. Aber wie sagt man so schön: "Wenn das Leben dir Zitronen gibt ...". Getreu diesem Motto habe ich mich auf die Suche nach anderen Motiven begeben und dabei dieses bezaubernde Bauwerk entdeckt.

Blaue Stunde am Gedeonseck

Könnt ihr raten zu welcher Uhrzeit dieses Foto entstanden ist? Wüsste ich es nicht besser, würde ich vermuten, dass das Bild in den frühen Morgenstunden fotografiert wurde. Tatsächlich habe ich es gegen 11.30 Uhr aufgenommen. Die Intensität der Sonnenstrahlen wurde durch den Nebel und das ansteigende Gelände so abgeschwächt, dass diese interessante Lichtstimmung entstehen konnte.

Goldenes Licht im Jasmund Nationalpark Rügen

Morgens früh alleine im Wald darauf zu warten, dass die aufgehende Sonne das Schwarz der Nacht in das magische Blau des anbrechenden Tages verwandelt, ist nicht immer so romantisch, wie man sich das vielleicht vorstellt. An diesem Samstagmorgen im Oktober bin ich aus Versehen viel zu früh aufgestanden, um den Sonnenaufgang zu fotografieren. Eine Stunde zu früh, um genau zu sein.

 

Leider merke ich das erst, als ich schon vor Ort bin. (Ein bisschen) ungeduldig warte ich auf den Anbruch der blauen Stunde, während mir Filme wie "Blair Witch Project" oder "Wrong Turn" durch den Kopf gehen. Also lieber wieder zurück ins Auto gehen und alle Türen verriegeln.

Nach einiger Zeit hat sich das Warten dann doch gelohnt:Wenn die Nacht zu Ende geht, sich die Nebelschleier lichten, die ersten Singvögel erwachen und die aufgehende Sonne das Licht von Minute zu Minute verändert, dann entsteht diese ganz besondere Stimmung, die sich besser mit einem Foto, als mit Worten beschreiben lässt.